2. April '25
von Cindy Dötschel-Langbein
Das zehnmonatige Mentoringprogramm foundHER ist gestartet. Das Highlight des Abends war definitiv die Bekanntgabe der Stipendiatinnen und das Matching mit ihren Mentorinnen und ihrem Mentor.
Frauen gründen seltener als Männer. Nur jedes fünfte Startup wurde 2024 von oder mit Beteiligung einer Frau gegründet – das geht aus dem Startup Monitor hervor. „Dafür gründen Frauen anders – wie Studien zeigen, haben sie langfristige Ziele, denken in nachhaltigen Geschäftsmodellen und beschäftigen sich oft mit Lösungen, die gesellschaftliche Herausforderungen adressieren“, sagt Elena Friedel, die im Referat Transfer und Entrepreneurship der Hochschule Coburg als Coach Entrepreneurship Education arbeitet. Dazu gehört auch die Koordination des Mentoringprogramms foundHER, das nun gestartet ist und genau an diesem Punkt ansetzt: Frauen sollen auf dem Weg zur Gründung und Selbstständigkeit unterstützt werden.
Zur Unterstützung bekommen die Stipendiatinnen neben den Coachings und Qualifizierungsworkshops eine Mentorin oder einen Mentor an die Seite gestellt. Welche Mentorin, beziehungsweise welcher Mentor das ist, war für die Stipendiatinnen bis zum Kick-Off noch ein Geheimnis. Wenige Minuten vor der Vorstellung der Stipendiatinnen, ihrer Ideen und der Bekanntgabe der Mentorinnen und des Mentors war die Aufregung und die Nervosität im Foyer des ITMZ förmlich zu spüren. „Als Mentorinnen und Mentoren seid ihr Mutmacherinnen, Sparringpartnerinnen und Impulsgeberinnen. Mit eurer Erfahrung, eurem Wissen und eurem Netzwerk unterstützt ihr die Mentees dabei, Hürden zu überwinden“ leitete Elena Friedel die Bekanntgabe der Stipendiatinnen, Mentorinnen und des Mentors ein.
It’s a Match
Eine der Stipendiatinnen ist Rebecca Kopf. Sie hat einen Bachelor im Fach Psychologie und studiert im Master Change Management an der Hochschule Coburg. „Durch die Teilnahme an foundHER habe ich jetzt die Möglichkeit, die Idee aus meiner Bachelorarbeit weiterzuentwickeln“, sagt die Studentin. In ihrer Abschlussarbeit hat sie sich damit beschäftigt, wie KI bei der Unternehmens- und Persönlichkeitsentwicklung einbezogen werden kann. Kopf hat große Erwartungen an das Programm: „Ich hoffe, dass ich viele Leute kennenlerne, die mich bei der Weiterentwicklung meiner Idee unterstützen. Neben der finanziellen Unterstützung ist mir auch die menschliche Perspektive sehr wichtig.“ Umso mehr freut sie sich, dass sie sich mit ihrer Mentorin von Anfang an sehr gut verstanden hat. „Ich bin jemand, der sehr viel nachdenkt und meine Mentorin geht direkt ins Doing – dadurch ergänzen wir uns sehr gut und werden mit Sicherheit ein richtig gutes Team.“
Rebecca Kopfs Mentorin ist Dr. Sabrina Hufnagel, die beim MarTech-Unternehmen marcapo für die Mitarbeitergewinnung und -entwicklung sowie die Organisationsentwicklung zuständig ist. „Ich freue mich, bei foundHER dabei zu sein und Rebecca dabei zu unterstützen, ihre Idee zu verwirklichen“, sagt Hufnagel. Durch die „wirklich tolle Initiative“ der Hochschule Coburg werden die Frauen nicht nur fachlich, sondern auch menschlich mit den entsprechenden Skills ausgestattet, die für eine Gründung wichtig sind, findet sie. Sie möchte ihre Mentee in den kommenden Monaten vor allem, was die menschliche Seite angeht, unterstützen. „Ich möchte Rebecca mit auf den Weg geben, dass sie auch scheitern darf, um dann neue Wege zu gehen und sich ausprobieren soll. Es ist wichtig, ein Mindset zu bilden, dass einen darin bestärkt, an seiner Idee dranzubleiben. Auch, wenn es Rückschläge gibt.“
Speed-Dating: Mehr als ein Kennenlernen
Nach dem Matching ging es direkt weiter mit dem Speed-Dating. Erst hatten die Stipendiatinnen vier Minuten Zeit, um ihre Mentorinnen und ihren Mentor kennenzulernen – danach wurde getauscht. In weniger als einer Stunde konnten die neun Teilnehmerinnen so auch die anderen acht Mentorinnen und den Mentor kennenlernen. Und ihre Idee direkt neunmal pitchen. Daran hatten die Stipendiatinnen am Vormittag beim ersten Qualifizierungsworkshops gearbeitet. Unter der Leitung der Bamberger Unternehmensberaterin Catharina Stamm konkretisierten die Teilnehmerinnen außerdem ihre Idee und setzten sich mit ihrem Geschäftsmodell auseinander.
foundHER wird im Rahmen des Förderprogramms EXIST Women vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unter Beteiligung des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.