18. März '25
Von Natalie Schalk
Zum ersten Mal starten in einem Sommersemester mehr als 500 neue Studierende an der Hochschule Coburg: Für alle ist es der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Karrieren beginnen hier. Und Freundschaften. Die ersten Tage sind spannend.
„Oh my gosh!“ Debarati Gautam erzählt noch immer ein wenig aufgeregt, wie sie sich am ersten Tag ihres Studiums verlaufen hat. Sie kommt aus Tripura im Nordosten Indiens und ist seit Sonntag in Coburg. Die 31-Jährige spricht sehr gut Englisch und ein wenig Deutsch, hat bereits einen Ingenieurs-Abschluss in der Tasche und zum Sommersemester hat sie ein Masterstudium in Financial Management an der Hochschule Coburg begonnen. Im Moment wohnt sie noch im Hotel. Bis Montagfrüh kannte sie auch niemanden in Coburg. Auf der Suche nach der Einführungsveranstaltung war sie in die falsche Richtung unterwegs – den Judenberg wieder abwärts in Richtung Innenstadt – als sie Chiara Eberlein traf. „Wenn ich den Berg runtergelaufen wäre und dann noch einmal rauf gemusst hätte – uh!“ Debarati Gautam stöhnt: „Ich wäre gestorben!“ Dann lacht sie und sagt zu Chiara Eberlein, die jetzt neben ihr in der brose-Aula bei der Einführungsveranstaltung sitzt: „Du hast mich gerettet!“
Aufregende Stunden für Erstis
Chiara Eberlein und Debarati Gautam haben gemeinsam den Weg zum Campus gefunden. Auch für Eberlein ist es der erste Tag an der Hochschule – sie hat allerdings schon eine Wohnung in Coburg: „Ich komme aus Scheßlitz bei Bamberg“, erzählt die 26-Jährige. Sie ist ebenfalls am Sonntag in Coburg angekommen und auch sie hat bereits einen Abschluss: „In Würzburg habe ich meinen Bachelor in Soziale Arbeit gemacht.“ In Coburg setzt sie das Masterstudium Soziale Arbeit darauf. Gautam und Eberlein sind zwei von über 500 „Erstis“, für die am Montag mit dem Sommersemester ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat. Etwa die Hälfte von ihnen sind wie Gautam und Eberlein in einen Master gestartet, die anderen in einen Bachelor oder in ein Orientierungssemester. Diejenigen, die noch nicht wissen, welcher Studiengang für sie der richtige ist, können im Orientierungssemester Module aus verschiedenen Studiengängen ausprobieren, um herauszufinden, was am besten zu ihnen passt. Noch vor drei Jahren lag die Zahl der Studienanfänger im Sommersemester an der Hochschule Coburg um die 200 – die Einführung des regulären Bachelor-Studienstarts im Sommer und des Orientierungssemesters kommt sehr gut an.
Herzliche Begrüßung durch Präsident und Oberbürgermeister
Hochschul-Präsident Prof. Dr. Stefan Gast hieß alle neuen Studierenden der Standorte Coburg, Kronach und Lichtenfels herzlich willkommen in der „Scientific Community“ in Coburg, in Bayern, Deutschland, sowie auch international, in Europa und Übersee, wo überall die gleichen Regeln integerer wissenschaftlicher Arbeit gelten. Er betonte die Verantwortung der Wissenschaft in einer herausfordernden Zeit und auch die Bedeutung von Diversity, von Persönlichkeiten mit vielfältigen Hintergründen. „Nehmen Sie Vielfalt als Reichtum“, empfahl er den Studierenden und auch, einander zu helfen. Den ersten Auftrag als Coburger Studis haben Gautam und Eberlein also schon einmal erfüllt. „A very warm welcome“, sagte Gast. „Vergessen Sie bei allem nicht, die Zeit zu genießen: Ich wünsche Ihnen einen tollen Start in den neuen Lebensabschnitt!“
Mit Sambafestival, Designtagen, Museumsnacht, Festival, Konzerten und kulturellen Highlights wird Coburg im Sommer zur gefühlten Großstadt.
Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig
Auch Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig begrüßte die Studierenden aus nah und fern: „Schön, dass Sie hier in Coburg sind!“ Als einer, der sein Studium vor 15 Jahren abgeschlossen hat, versicherte er, dass es eine besondere Zeit ist, in der man viel erlebt. Coburg mit seiner wunderschönen Innenstadt, Organisationen und Projekten sei ideal, um die Studienzeit zu genießen: „Da gibt’s jede Menge Gelegenheiten: Mit Sambafestival, Designtagen, Museumsnacht, Festival, Konzerten und kulturellen Highlights wird Coburg im Sommer zur gefühlten Großstadt.“ Das Leben ist allerdings bezahlbar und es ist leicht, sich hier in die Gesellschaft einzubringen und Kontakte zu knüpfen. „Man kennt schnell viele Leute, trifft sich auf dem Markt in einem Café oder im Hofgarten.“ Sauerteig wies darauf hin, dass die Coburger Wirtschaft mit Global Playern, nationalen Marktführern und Hidden Champions auch nach dem Studium sehr gute Perspektiven in der Region eröffnet.
Viel Unterstützung für die Neuen
In Namen der Studierendenvertretung (SV) erklärte Jan Keller den Neuen, dass die SV ihnen zur Seite steht und ihnen hilft, damit das Studium so reibungslos und angenehm wie möglich abläuft. Er wies auf Studentische Initiativen hin: vom Motosportteam CAT-Racing übers Impro-Theater bis zu Hochschulchor und Big Band, die mit einer kleinen Besetzung bei der Begrüßung auch musikalisch aufs Sommersemester einstimmte.
Dr. Katja Kessel, Leiterin der Studienberatung gab Informationen zum Studienstart und weiteren Unterstützungsangeboten. Dann ging’s zu den Einführungen der einzelnen Studiengänge. Debarati Gautam winkte zum Abschied und ging zu den Financial-Management-Erstis, Chiara Eberlein zur Sozialen Arbeit. In ihrem neuen Lebensabschnitt an der Hochschule werden die beiden noch viele neue Leute kennenlernen.
Campusluft schnuppern
Bei den Schnuppertagen in den Osterferien am Dienstag, 15. und Mittwoch, 16. April, haben alle Interessierten die Möglichkeit, an der Hochschule Campusluft zu schnuppern und sich über die Studienangebote an den Fakultäten Angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Automobiltechnik, Soziale Arbeit und Wirtschaftswissenschaften zu informieren. Alles darüber und die Anmeldung gibt’s unter www.hs-coburg/schnuppertage