4. April '25
(Pressestelle)
Die schwierige Wirtschaftslage macht auch den Autozulieferern in der Metropolregion Nürnberg zu schaffen. Am 2. April 2025 – dem Tag, an dem US-Präsident Donald Trump unter anderem neue Zölle auf Autos und Fahrzeugteile verkündete – traf sich die Branche gemeinsam mit Wissenschaft und Politik zur dritten Zukunftswerkstatt Automotive Metropolregion Nürnberg im Coburger Kongresshaus Rosengarten. Dabei richtete sich der Blick vor allem auf die Zukunft des für die Region so wichtigen Wirtschaftszweigs.
Unter dem Motto „Das Auto schafft Zukunft – Vernetzung und Innovation für globalen Erfolg“ versammelte die Branchenkonferenz Unternehmerinnen und Unternehmer, politische Akteure und Wissenschaft. Rund 350 Teilnehmende sind der Einladung ins Kongresshaus Rosengarten in Coburg gefolgt. Auch der Hochschule Coburg liegt das Thema am Herzen.
Seit knapp drei Jahren unterstützt das Projekt transform_EMN der Europäischen Metropolregion Nürnberg – gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz – erfolgreich die regionalen Autozulieferer in der Transformation. Wirtschaftsförderer, Kammern und Wissenschaft arbeiten hier eng mit Beschäftigtenvertretungen zusammen, sprechen besonders kleine und mittlere Unternehmen aktiv mit unterschiedlichsten Formaten an und bieten Informations- und Weiterbildungsangebote für Mitarbeitende aus der Branche an. So ist ein solides regionales Transformationsnetzwerk entstanden. Gut 250 Unternehmen aus der Region sind aktuell ins Netzwerk eingebunden, transform_EMN konnte Kooperationen anstoßen und Impulse für die Erschließung neuer Geschäftsfelder setzen. Die Zukunftswerkstatt Automotive fand im Rahmen des Projekts nun zum dritten Mal statt.
Wettbewerbsfähigkeit als großes Thema
Angesichts der neuen Zoll-Ankündigungen aus den USA sei die Unterstützung der hiesigen Autozulieferer drängender denn je, sagt Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst, Wirtschaftsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg. Entsprechend standen Zusammenhalt und künftige Wettbewerbsfähigkeit der Branche im Fokus der Zukunftswerkstatt Automotive. In einer gemeinsamen Keynote gaben Tobias Hauk, Kaufmännischer Werkleiter bei der Robert Bosch in Bamberg, und Alexander Weichsel, Kaufmännischer Werkleiter bei der Robert Bosch in Nürnberg, Einblick in den Transformationsprozess bei Bosch.
Zielbild „Zukunft transform_EMN 2035“
Die Partner des Projekts transform_EMN boten anschließend interaktive Workshops und Vorträge an. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken stellte das regionale Zielbild „Zukunft transform_EMN 2035“ näher vor. Um die Vorhaben aus dem Zielbild des Projekts umzusetzen, setzt sich die Metropolregion Nürnberg dafür ein, das Projekt gemeinsam mit kommunalen Wirtschaftsförderungen, Kammern, Gewerkschaften sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen als „Zukunftsagentur“ weiterzuführen. Peter Reiß, Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg und Schwabacher Oberbürgermeister: „Die Zukunftsagentur wird Technologie-Kooperationen anstoßen und Zugang zu weiteren Märkten wie Medizin- und Energietechnik und Neue Materialien ermöglichen. Die hiesigen Unternehmen profitieren dabei vom guten Branchen-Mix in der Region, der Kooperation mit Wirtschaftsförderungen und Kammern sowie der hohen Technologie-Kompetenz und der Wirtschaftsnähe unserer Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Stadt und Land.“
Großes Potenzial der Region
Mit ihren 50 Forschungsinstituten und 21 Hochschulen hat die Region großes Potenzial für die Bewältigung der Transformation. Prof. Dr. Felix Weispfenning, Vizepräsident für Transfer, Nachhaltigkeit, Öffentlichkeitsarbeit und Entrepreneurship der Hochschule Coburg, erläutert: „Die Hochschule Coburg ist bereits lange und eng mit der regionalen Automotive-Branche verzahnt und pflegt intensive Transferaktivitäten. Unsere Studienprogramme orientieren sich an regionalen Bedarfen, Impulse aus der Praxis sind fester Bestandteil der Lehre. Wir setzen zahlreiche Automotive-relevante Forschungsschwerpunkte, etwa in den Bereichen Nachhaltige Mobilitäts- und Energiekonzepte, Sensorik und Analytik sowie in der Informationstechnologie.“ Projekte wie transform_EMN leisteten bei der Vernetzung mit der Wirtschaft erhebliche Unterstützung: „Technologie- und Wissenstransfer werden durch regionale Netzwerke entscheidend gefördert.“ An der Zukunftswerkstatt Automotive beteiligte sich die Hochschule Coburg mit einer Fishbowl-Diskussion, die die Dynamik zwischen Start-ups und Traditionsunternehmen erlebbar machte. Außerdem bereicherten interaktive Sessions und Vorträge, ein Panel-Talk mit Unternehmensvertretern Perspektiven auf.